Projekt: hydrokultur

"Fortis Saxonia e.V." unterstützt das Team "ecoemotion" von der HS Merseburg und der HKD Burg Giebichenstein Halle bei der Entwicklung und Realisierung eines neuen Fahrzeuges. Dafür wurde das Projekt Hydrokultur gegründet. Beide Teams können so ihre Stärken ausspielen und ein sowohl vom Design, als auch von der Energiebilanz überzeugendes Fahrzeug aufbauen. Genauer: Es wird ein ökologisch wertvolles Fahrzeug, mit großzügigem und alltagstauglichen Raumangebot entwickelt, das ebenso mit zukunftsweisender Technik punktet.

Vorerst ist diese überregionale Zusammenarbeit über einen Zeitraum von 2 Jahren geplant. Beim Shell Eco-marathon 2010 ging dieses neue Urban Concept Car erstmals an den Start. Auch beim SEM '10 ist diese Zusammenarbeit aus 3 mitteldeutschen Teams eine Neuheit. Der erste Erfolg, der Designpreis in der Urban Concept Klasse, konnte während des SEM '10 gefeiert werden. 2011 soll die optimierte Version des nios an den Start gehen, um mit verbesserter Antriebstechnik einen forderen Platz in der Gesamtwertung zu belegen.

Die Idee hinter der Klasse "Urban Concept" beim Shell Eco-marathon ist die Entwicklung von Fahrzeugen, die für den Stadtgebrauch eingesetzt werden können. Das Einmalige des nios ist die Verbindung von modernem Design mit überzeugender Technik. Bei der Ausstattung wurde besonders auf eine hochwertige Innenausstattung mit zwei vollwertigen Sitzplätzen wert gelegt. Die Konstruktion beinhaltet daneben noch einen doppelten Fahrzeugboden, der eine spätere Ausstattung mit Akkumulatoren ermöglicht. Auch wurde beim gesamten Chassis auf den Aufbau mit Naturmaterialien gesetzt. Neben Design steht, wie bei den Prototypen auch der geringe Verbrauch von Energieträgern im Vordergrund. Ähnlich zu den von Fortis Saxonia entwickelten Prototypen soll auch dieses Fahrzeug mit Wasserstoff betrieben werden. Die Entwicklung des Nios zeigt das technische Innovationen und Design Hand in Hand gehen können.

Über 2 Jahre Entwicklungszeit stecken im neuen Urban Concept Car Nios. Dabei galt es auf den Einsatz von Naturmaterialien zu setzen und vergleichsweise wenig Kunststoff zu verbauen. So konnte das Fahrzeug aus rund 70% recyclingfähigen Stoffen aufgebaut werden. Am 06. April '10 konnte sich der Nios nur als bloßes Holzrahmengestell präsentieren. Der nächste Tag sollte zeigen, ob die Fertigstellung bis zur AMI Eröffnung gelingt.

Neben den verbauten Naturmaterialien kommen ebenso moderne LED Technik für Front- und Rücklichter zum Einsatz. Im Cockpit wurden Displays verbaut, die dem Fahrer einen besseren Überblick über das Fahrzeug ermöglichen. Am 10. April war es dann soweit. Der nios konnte erstmals über eine Woche auf der AMI der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Viele interessierte Besucher konnten sich für das neue Urban Car begeistern. Nios konnte auch zeigen, dass Alternativen zu unseren heutigen Fahrzeugen nicht nur Einschränkungen bedeuten, sondern durchaus mit gutem Design und solider Technik einhergehen. Genau einen Monat später musste Nios am Shell Eco-marathon sein Können unter Beweis stellen. Aufgrund der schlechten Wetterlage war es nur möglich an einem Wertungslauf teilzunehmen, da die Strecke nur für den 07. Mai freigegeben wurde. Die ersten 30km Fahrt am Lausitzring hat Nios souverän überstanden. Bei der darauffolgenden Preisverleihung wurde das neue Urban Concept Car mit dem Designaward von Shell ausgezeichnet. Ein erster Höhepunkt in der noch jungen Geschichte des Fahrzeugs.

Auch andere Teams und Presse zeigten Interesse für das außergewöhnliche Fahrzeug. Und das nicht nur aufgrund des Designs, sondern ebenfalls durch den geräumigen Aufbau.

Leider wurde die Partnerschaft zwischen den Teams und den Hochschulen nicht weiter vorangetrieben und es kam zu keiner weiteren Entwicklung des Fahrzeuges. Fortis Saxonia wird 2014 den EcoBee vorstellen und somit wieder versuchen beim Shell Eco-marathon in Rotterdam einen Preis zu gewinnen. Der Nios ist an der Hochschule Merseburg noch ausgestellt und kann sich dort angeschaut werden.