Fortis Saxonia Willkommen bei Fortis Saxonia



Fortis Saxonia wird
unterstützt von:
Cotesa GmbH
Helmholtz-Zentrum Geesthacht Zentrum für Material und Küstenforschung
Krempel GmbH
Vestas Blades Deutschland GmbH
Engineered Cramer Composites der C.Cramer GmbH & Co. KG

Willkommen bei Fortis Saxonia

Fortis Saxonia (lateinisch für "Starkes Sachsen") ist ein studentisches Forschungsprojekt der Technischen Universität Chemnitz. Das Team besteht aus rund 20 Studenten und Absolventen unterschiedlicher Studienbereiche, die interdisziplinär an der Entwicklung eines leichten, energiesparenden Fahrzeugs arbeiten. Der Antrieb besteht aus einer Wasserstoff-Brennstoffzelle mit Elektromotor.

Ergänzt wird das Team durch Studenten und Absolventen der Fachhochschule Merseburg, der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein, sowie durch ehemalige TU-Studenten. Finanziert wird das Projekt durch Sponsorengelder und Spenden.

Aktuelles

17.05.2012
Shell Eco-Marathon 2012 - Tag 4

Die Fehlersuche nach den Ereignissen des letzten Tages war langwierig, aber dem ersten Anschein nach erfolgreich. Von den äußeren Einflüssen abgesehen, könnte ein mechanisches Problem an der Lenkung zum Unfall beigetragen haben. Nachdem wir das vermeintliche Problem beseitigt hatten, brachen wir um 10 Uhr morgens zu einer erneuten Testfahrt auf. Mittlerweile drängten uns die Fahrerinnen dazu, sich einem zweiten Problem anzunehmen, das uns seit der ersten Testfahrt in Rotterdam offenbar wurde. Die Durchsicht der Frontscheibe des SAX4 ist für den Stadtparcours und die Machart der Streckenbegrenzung denkbar ungeeignet. Beim Fertigen der Scheibe haben sich, bedingt durch die thermische Belastung beim Tiefziehen, viele kleine Wellen in der Scheibe gebildet. Auf kontrastreichen Strecken ist die Navigation des SAX4 dadurch problemlos möglich. Bei den Streckenbegrenzungen in Rotterdam wechseln sich, auf geraden Strecken, weiße und rote Blöcke meterweise ab, nur in den Kurven nicht. Die Kurven sind komplett in Weiß gehalten, was es beim Blick durch die Scheibe unmöglich macht, diese mit 100-prozentiger Genauigkeit zu durchfahren. Da wir den Fahrerinnen nicht noch mehr Sicherheitsgefühl nehmen wollten, absolvierten wir die Testläufe ohne einen Deckel auf dem SAX4. Dadurch wurde die Rundumsicht unserer Fahrerinnen wesentlich verbessert und eine einwandfreie Navigation in den Kurven ermöglicht. Der Deckel ist für die strömungsoptimierte Form unseres Fahrzeuges zwar essentiell wichtig, einen Beitrag zur Sicherheit des Insassen leistet er aber kaum. Der aus nur zwei Lagen Kohlefasergewebe aufgebaute Deckel ist mit drei Querstreben selbsttragend und formstabil, er kann allerdings keine größeren Stöße aufnehmen. Dafür ist das auf Crashsicherheit ausgelegte und berechnete Chassis da. An besonders belasteten Stellen nehmen bis zu zwölf Lagen Kohlefaser und Aramidwaben die auf sie einwirkenden Kräfte auf. Zwei Überrollbügel und ein 5-Punkt Gurtsystem sorgen auch bei Überschlägen für maximale Sicherheit. Dass wir auf die Sicherheit unserer Fahrerinnen großen Wert legen, hat sich nicht nur am Mittwoch, sondern auch schon die Jahre zuvor bewährt.

Die Testfahrten lieferten erwartungsgemäß keine Bestzeiten, aber solide Rundenergebnisse. Die Brennstoffzelle machte keine Probleme. Unser Plan: Auf Sicherheit zu setzen und den ersten der vier Wertungsläufe ohne Deckel zu absolvieren, um Sichtprobleme auszuschließen und einen gültigen Wertungslauf zu bekommen. Fünf Minuten vor Start des Wertungslaufes wurde uns dann mitgeteilt, dass wir nicht ohne Deckel fahren dürften - obwohl dies eigentlich mit dem "Technical Inspector" abgesprochen war. Unsere Argumente fielen auf keinen fruchtbaren Boden bei den Verantwortlichen. "Without Cap, we won`t let you start." Ob wirklich Sicherheitsbedenken zu dieser Entscheidung führten, vermögen wir an dieser Stelle nicht zu beurteilen. Allerdings kann man die Entscheidung der Inspektoren nachvollziehen, wenn man bedenkt, welch haarsträubenden Fahrzeugkonstruktionen diese hier beim Shell Eco-marathon teilweise zu Gesicht bekommen. Eine papierdünne einlagige Außenhaut, an der Seite ohne auch nur die geringste Verstrebung oder Falz, war das Erschreckendste, was wir dieses Jahr sehen mussten. Glücklicherweise wird der Großteil dieser Konstruktionen bei der Sicherheitsinspektion ausgesiebt. Der Shell Eco-marathon hat eben doch viel mit dem richtigen Motorsport gemein, und Unfälle können auch bei den relativ niedrigen Geschwindigkeiten schwere Verletzungen nach sich ziehen. Dies scheint einigen Teams leider noch nicht vollends bewusst zu sein. Nach dem verweigerten Wertungslauf war es an der Zeit, die Scheibe nachzubessern. Wir beratschlagten, testeten und verwarfen viele Ideen, das Problem zeitnah aber vor allem zufriedenstellend zu lösen. Mittlerweile wurde eine Idee umgesetzt und der erste Eindruck ist gut. Näheres wird erst eine weitere Testfahrt am Freitag zeigen.

Weiterhin bekamen wir heute Besuch von einer kleinen Delegation unseres Hauptsponsors Continental. Diese haben sich die Zeit genommen, uns hier aufzusuchen und uns etwas besser kennenzulernen. So bekamen sie auch unsere Probleme direkt und aus erster Hand mit. Wir hoffen, in den kommenden Tagen mit erfreulicheren Neuigkeiten aufwarten zu können.

16.05.2012
Shell Eco-Marathon 2012 - Tag 3

Nach einer vergleichsweise kurzen, stürmischen und regenreichen Nacht begab sich ein Großteil unseres Teams schon früh an die zugeteilten Aufgaben. Die Fahrerinnen Christine Städtler und Anetta Woruschilina sowie der Teammanager nahmen wie jeden Morgen um 8.00 Uhr am obligatorischen Briefing teil. Der andere Teil des Teams wollte möglichst zeitig die technische Abnahme bestehen und begab sich zur Inspektion. 09:15 Uhr wurde der SAX4 dann ohne Einschränkungen durch die Inspektoren freigegeben. Somit konnte der letzte Trockentest des Brennstoffzellensystems vor der ersten Testfahrt auf dem Stadtkurs beginnen. Zeitgleich trafen die ersten Besucher in Rotterdam ein. Dabei wurde allerhand geboten. Auch einige Teammitglieder nahmen sich die Zeit, das Lab (eine Experimentiermesse) zu besuchen. Bei dieser Ausstellung konnten sich Interessierte rund um das Thema Erneuerbare Energien informieren. Im Laufe des Vormittags konnten wir dann als eines der ersten Teams auf die Teststrecke. Meisterte der SAX4 die ersten Runden souverän, überschlugen sich anschließend sprichwörtlich die Ereignisse beim zweiten Testlauf. Wahrscheinlich führte eine Kombination aus widrigen Straßenverhältnissen (Bodenwellen, Dreck), der Konstruktion und Böen dazu, dass sich unser Fahrzeug, wie auch einige andere, überschlug. Die Fahrerin kam bei dem Unfall nicht zu Schaden. Die genauen Ursachen des Überschlags konnten bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht geklärt werden (Stand Mittwoch 23.30 Uhr). Die Auswertung der Ereignisse wird sicher noch bis in die späte Nacht andauern

15.05.2012
Shell Eco-Marathon 2012 - Tag 2

Der zweite Tag in Rotterdam begann für uns mit einem ausgiebigen Frühstück gegen 8 Uhr. Eine entspannte Nacht hatte keiner erlebt, da es fast durchgängig regnete und teilweise sogar hagelte. Nichtsdestoweniger ging es nach dem Frühstück zurück in unseren Paddock-Bereich, um die technische Abnahme vorzubereiten, die ab Mittag erfolgen sollte. Zuerst überprüften wir die Brennstoffzelle unseres SAX4 auf Dichtigkeit. Anschließend stellten wir die Funktionsfähigkeit der Bremsen sicher. Auch auf einer um 20° geneigten Rampe konnte unser Fahrzeug die Anforderungen an die Bremsleistung vollständig erfüllen. Danach erfolgte noch die Kontrolle der elektronischen Steuerung durch unser Antriebsteam. Beispielsweise muss SAX4 einen Wendekreis von unter 12 Metern aufweisen. Eine weitere Regelung von Shell besagt, dass die Fahrerin in der Lage sein muss, das Ökomobil innerhalb von 10 Sekunden zu verlassen. Diese Situationen meisterten sowohl Christine Städtler, unsere Fahrerin, als auch Annetta Woruschilina, die Ersatzfahrerin unseres Teams, innerhalb von 5 Sekunden. Mit dem positiven Gefühl, den Anforderungen gerecht zu werden, stellten wir uns der technischen Abnahme gegen 11 Uhr vormittags. Wir waren nicht das einzige Team, welches diese Prozedur bereits heute hinter sich bringen wollte, um ab morgen möglichst viel Zeit für Testfahrten zu haben. Um circa 16 Uhr war die letzte Überprüfung durch die Fachleute von Shell abgeschlossen. Durch die Regeln, die besonders für das Antriebssystem sehr eng gesteckt sind, kam es zu einigen Diskussionen. Am Ende konnten wir uns aber immer auf einem fachlichen Standpunkt einigen und der Meinungs- und Erfahrungsaustausch wird sicherlich auf beiden Seiten Wirkung hinterlassen. Lediglich zwei Anpassungen mussten nun von unserer Seite her noch vorgenommen werden. Die erstgemessene Undichtigkeit im Brennstoffzellensystem konnten wir durch eine Ishikawa-Analyse auf das Messsystem zurückführen. Weiterhin entsprach die Abschirmung des Fahrerraumes nicht den neuen Brandschutzbestimmungen des Shell Eco-marathons. Hilfsbereite Studenten der TU München stellten uns kurzerhand Carbon zur Verfügung, um die bemängelte Stelle abzudichten. Da unsere Nacharbeiten bis 21 Uhr andauerten, kamen wir heute leider nicht mehr dazu, die technische Abnahme vollständig zu bestehen. Diese wird nun aller Voraussicht nach morgen Früh erfolgen. Danach sind erste Testfahrten auf dem Stadtparcours von Rotterdam angesetzt. Dann wird sich zeigen, ob die vom ZBT gesponserte Brennstoffzelle ihre Leistung über die volle Renndistanz aufrechterhalten kann.

14.05.2012
Shell Eco-Marathon 2012 - Tag 1

Am heutigen Tag, gegen 3 Uhr nachts, machten wir uns auf den Weg nach Rotterdam / Niederlande. Das Ziel unserer Reise ist der Shell Eco-marathon, bei dem wir mit unserem weiterentwickelten Fahrzeug, dem SAX4, an den Start gehen. Ziel des Wettbewerbes ist es, die Renndistanz mit so wenig Energie wie möglich zu absolvieren. Zwei Teammitglieder machten sich mit dem ersten Transporter bereits Samstagnacht auf den Weg, um gute Plätze auf dem knapp bemessenen Campinggelände zu sichern. Die restlichen drei Fahrzeuge, jeweils von der zentralen Fahrbereitschaft der Universität und der VW Vertriebsbetreuungsgesellschaft mbH zur Verfügung gestellt, trafen heute gegen 12 Uhr ein.

Nachdem die verbleibenden Zelte aufgebaut wurden, begann die intensive Vorbereitung auf den Wettkampf. Shell wies uns einen Platz im Paddock (vergleichbar mit einer Boxengasse) zu, in dem wir uns im Laufe des Nachmittags einrichteten. Bis zum Abendbrot herrschte darin reges Treiben. Die Chassis- und Antriebsgruppe schraubte an letzten Details für den SAX4. Beispielsweise konnte der Rollwiderstand durch die Optimierung des Achssturzes verringert werden. Das PR-Team baute sämtliche Computer auf und gestaltete unseren Paddock-Bereich optisch aus. Dabei kamen wir mit anderen Teams und einigen Verantwortlichen ins Gespräch. Den Erfahrungsaustausch konnten wir bei einem Rundgang durch die Halle, wo sämtliche Teams ihre Paddock-Bereiche haben, intensivieren. Dadurch hatten wir die Möglichkeit, andere Fahrzeugkonzepte zu begutachten und erste Vergleiche zu ziehen. Zum Abendbrot traf sich das gesamte Team in der Barbecue Area im Campinggelände, diskutierte die gewonnenen Eindrücke und koordinierte die anstehenden Arbeiten. Die optimistische Stimmung verhalf uns, die restlichen Arbeiten, wie die Anbringung der Shell Eco-marathon Aufkleber, noch vor Mitternacht durchzuführen. Somit wird es uns am morgigen Tag möglich sein, die technische Abnahme unseres neuen Fahrzeuges SAX4 erfolgreich zu absolvieren.

zuletzt bearbeitet am 18. Mai 2012 von Daniel Schneider