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Willkommen bei Fortis Saxonia
Fortis Saxonia (lateinisch für "Starkes Sachsen") ist ein studentisches Forschungsprojekt der Technischen Universität Chemnitz. Das Team besteht aus rund 20 Studenten und Absolventen unterschiedlicher Studienbereiche, welche seit Ende 2005 interdisziplinär an der Entwicklung leichter, energiesparender Fahrzeuge arbeiten. Seitdem entstanden in jährlicher Teamarbeit die Prototypenfahrzeuge der Sax-Reihe, welche sich beim Shell Eco-marathon, einem Wettbewerb für Energieeffizienz und Nachhaltigkeit, einer breiten Palette internationaler Teams entgegen stellen mussten. In der Kategorie "Hydrogen" konnten dabei zahlreiche Erfolge eingefahren werden. Die Sax-Fahrzeuge werden vorrangig mit einer Wasserstoff-Brennstoffzelle be- und durch einen Elektromotor angetrieben.
In Zusammenarbeit mit Studenten und Absolventen der Fachhochschule Merseburg, der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein, sowie durch ehemalige Studenten der Technischen Universität Chemnitz entstand im Jahr 2010 das Urban Concept Car Nios, welches im selben Jahr beim Shell Eco-marathon den Design Award in seiner Klasse gewann.
Die Interdisziplinarität des Vereins ermöglicht es den Teammitgliedern theoretisch erlernten Stoff des Studiums fächerübergreifend praktisch umzusetzen. Neben der jährlichen Sponsorenakquise und der Öffentlichkeitsarbeit geht es vor allem darum neue Ideen und Projekte in Richtung Energieeffizienz und Leichtbau zu realisieren. Ein Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Elektromobilität, welche gefördert und anschaulich demonstriert werden soll. Aus diesem Grund werden die Antriebskonzepte der Fahrzeuge ständig modifiziert und weiterentwickelt, sowohl im Hard- als auch Softwarebereich.
Fortis Saxonia orientiert sich dabei an zukunftsträchtigen Trends der Wirtschaft und Industrie, speziell der Automobilindustrie und schafft damit eine Technologieplattform für interessierte Studenten, welche neben dem normalen Semesterablauf den Gedanken an eine saubere Zukunft umsetzen und den Umgang mit modernster Technik erleben wollen.
Vor allem aber steht im Verein der Spaß an oberster Stelle. Neben Teambuildingmaßnahmen wird bei den zweiwöchentlichen Teamtreffen die Zusammengehörigkeit gefördert - der Ideenvielfalt sind dabei keine Grenzen gesetzt.
Fortis Saxonia ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein und wird durch Sponsorengelder und Spenden finanziert.
Stolz präsentieren wir unseren diesjährigen Hauptsponsor Continental, Standort Limbach-Oberfrohna:
Aktuelles
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Ein Tag voller Höhen und Tiefen. Als heute früh um 7:00 Uhr der Wecker klingelte lagen alle gespannt in ihrem Zelt, ob das vertraute Geräusch des Regens zu hören ist. Doch nichts. Bis dato. Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es für alle ins Paddock. Während einige den Wetterradar beobachteten und sogar Meteorologen kontaktierten, machten einige den SAX4 für den ersten Wertungslauf startklar. Gegen 11:20 stellten sich zwei Mitglieder an der Rennstrecke an, um einen möglichst guten Startplatz zu bekommen. Nachdem auch alle anderen Mitglieder inklusive Fahrzeug an der Strecke waren, konnte es losgehen. Die Fahrerin bereitete sich mental auf das Rennen vor, die PR-Gruppe knipste fleißig Bilder und filmte und die Techniker starteten die Brennstoffzelle. Aufgrund der eisigen Temperaturen war es nicht ganz so leicht sie auf Temperatur zu bringen und unser Start verzögerte sich noch einen Moment. Doch dann war es endlich soweit. Nach den letzten Sicherheitskontrollen seitens Shell konnte sich das Team an den Start bewegen und schon liefen die 39 Minuten für 10 Runden. Der Start sah vielversprechend aus, doch bereits nach zwei Runden war klar, dass wir viel zu langsam waren. Schnell berichtete die Fahrerin via Headset, dass es nicht an ihr, sondern am SAX4 liege. Trotz permanenter Beschleunigung ihrerseits, sei es nicht möglich schneller als 22 km/h zu fahren. Um die 10 Runden in den höchstens 39 Minuten zu fahren benötiget man jedoch eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 25 km/h. Schon an der Strecke wurde analysiert und versucht eine mögliche Diagnose für das Problem zu finden. Doch ohne ein Feedback der Fahrerin, der Auswertung der Brennstoffzelle und einen Blick auf den Motor war diese nicht möglich. Zurück im Paddock ging es sofort an die Fehlersuche. Nach bereits 15 Minuten die erste Hoffnung: ein Kabel, welches für die Steuerung des Motors zuständig ist, war defekt. Doch nach der Reparatur wurde schnell klar, dass dieser Defekt nicht der Grund für diesen Leistungsabfall war. Sicherlich spielte das schlechte Wetter mit rein (fast alle Teams hatten große Probleme und nur fünf konnten eine erfolgreiche Wertung verbuchen), doch nach einigen Tests wurde irgendwann klar, dass unser Motor nicht so läuft wie er sollte. An einer Lösung wird derzeit (Stand: 22:45) noch getüftelt. Eigentlich war für den späten Nachmittag ein weiterer Wertungslauf angesetzt, doch bereits in unserem Lauf schlug das Wetter um und es begann leicht zu nieseln. Dieser Niesel verwandelte sich im Laufe des Nachmittags jedoch in einen ausgewachsenen Regen und der Wertungslauf musste abgesagt werden. Wir haben also eine lange Nacht im Paddock vor uns und müssen sowohl auf eine Lösung, also auch gutes Wetter für den nächsten Wertungslauf morgen Mittag hoffen.
So schön das Wetter am gestrigen Tag war, so schlecht war es heute. Damit standen auch die Testläufe auf der Kippe, denn bei Regen dürfen die Prototypen, zu denen auch unser SAX4 gehört, nicht fahren. Fehlende Scheibenwischer und Rücklichter, sowie die reibungsoptimierten Reifen würden eine Fahrt auf nasser Straße auch viel zu gefährlich machen. Doch bevor wir überhaupt eine Testfahrt hätten absolvieren dürfen, stand der Abschluss der technischen Inspektion an.
In der vergangenen Nacht wurde akribisch an einer Lösung für das Lenksystem gearbeitet. Eine mechanische Rückfallebene musste gemäß den Regeln von Shell eingebaut und im Fahrbetrieb nachgewiesen werden. Dies wussten wir bereits im Vorfeld des Wettbewerbs. Unser mechanisches Failsafe-System für die Lenkung war vorhanden, aber für Shell nicht ausreichend genug. An guten Lösungsvorschlägen mangelte es nicht. Doch da wir nur wenige Stunden Zeit hatten, waren geniale Ideen gesucht, die sich noch dazu mit dem umsetzen ließen was wir dabei haben oder in Rotterdam kaufen können. Am Ende wurden die erdachten elektromechanischen Kopplungssysteme verworfen und es entstand ein Federsystem aus haushaltsüblichen Gummibändern. Unseren nächtlichen Test bestand das System und auch die Sicherheitsinspektoren waren am heutigen Morgen davon überzeugt. "Safetycheck" und "technical Inspection" wurden mit diesen Lösungen ohne Probleme bestanden.
War nur noch das Problem mit dem Wetter. Den ganzen Tag über feilten wir noch am Brennstoffzellensystem, in der Hoffnung endlich die E-Last durch die Rennstrecke austauschen und reale Daten aufnehmen zu können. Diese sind auch dringend notwendig, da durch die Notlösung des Feuchtemanagements keine Erfahrungen aus Testfahrten vorhanden sind. Des Weiteren spielt die Luftfeuchtigkeit eine große Rolle, und diese ist im Paddock und auf der Rennstrecke sehr unterschiedlich. Gegen 15.30 Uhr kam dann die ernüchternde Botschaft: alle Testläufe in der Prototypenklasse wurden für heute abgesagt. Das Wetter ist bis zum Abend auch nicht besser geworden. Das Regenradar für Freitag sieht allerdings vielversprechend aus. Durch die vorhergesagten Wetterbedingungen für die nächsten Tage wurden ebenfalls die letzten Testläufe am Freitagvormittag abgesagt. Somit geht unser erster "Testlauf" direkt als erster Wertungslauf ein.
Nach einer langen Nacht im Paddock begann der heutige Tag ein wenig später. Dafür aber mit blauem Himmel und Sonne, welche uns den ganzen Tag nicht verlassen sollte. Zunächst galt es die letzten Fehler zu beheben, da im Laufe des Nachmittags endlich die technische Abnahme stattfinden sollte. Außerdem wurde unser Paddock sicher gemacht. Ganz nach unserer "safety is our first priority"–Philosophie (mehr dazu auf unserem Blog) wurde das Paddock mit Warnschildern, Feuerlöscher und Verbandskasten ausgestattet. Außerdem wurde mal ein wenig Ordnung geschaffen, um besser und strukturierter arbeiten zu können. Bevor es dann endlich zur Abnahme ging, mussten unsere beiden Fahrerinnen und unser Team Manager noch zum Briefing. Dort hinzufinden erinnerte leicht an unsere Odyssee vom ersten Tag: keiner der Mitarbeiter konnte uns Auskunft geben, wie wir in die nicht ausgeschilderte und verschlossene Halle 4 können. Und so ging es Trepp rauf Trepp runter und im Kreis, sodass wir irgendwann wieder dort standen wo wir hergekommen waren. Mit knapp zehn Minuten Verspätung kamen wir und mehrere dutzend andere Teams endlich an und uns wurde, aufgrund unserer Verspätung, zunächst kein Einlass gewährt. Aber unser Team Manager ergriff das Wort und setzte sich professionell und bestimmt durch und so kamen wir doch noch in den Genuss der Besprechung. Da unsere Fahrerinnen jedoch bereits letztes Jahr teilgenommen haben, gab es nicht wirklich neue Informationen.
Und dann stand endlich die technische Abnahme auf dem Plan. Nachdem sowohl der SAX4, als auch unsere Fahrerinnen erfolgreich gewogen wurden, folgte beim Vermessen des Fahrzeugs zunächst ein kleiner Schock: auf einmal sagte ein Techniker von Shell, dass unser Fahzeug vorne zu hoch sei. Es habe seit dem letzten Jahr eine Änderung gegeben, welche höchstens 10cm zulassen würde. Schock. Keiner wusste was er sagen sollte, denn so ein Urteil bedeutet eigentlich das Aus, da sich dieser Fehler nicht hätten beheben lassen. Doch dann das große Aufatmen: "I got you. I'm just kiddin'." Nach diesem Schock standen der Brems- und Kurventest an. Auch das absolvierten Auto und Fahrerinnen souverän. Es folgte die wohl stressigste Prüfung für unsere Fahrerinnen: in max. 10 Sekunden das geschlossene Fahrzeug verlassen. In nur jeweils vier und fünf Sekunden blieben die Beiden jedoch klar unter dieser Zeit. Durchatmen. Als nächstes ging es zum "Design-Check". Ein Begriff der schnell falsch verstanden werden kann. Akribisch wurde hier geprüft, ob wir alle Aspekte der Shell-Regularien erfüllen, die Lenkung den Anforderungen entspricht, alles korrekt abgedichtet und feuerfest ist, usw.. Dabei wurden neben zwei kleinere Mängel festgestellt, welche mittlerweile behoben wurden. Größere Sorgen bereitet uns hingegen unsere Steer-by-Wire Lenkung. Dies gibt den Lenkeinschlag über ein analoges und digitales Signal weiter. Falls eins ausfällt, greift das andere ohne Unterbrechung ein. Von den Organisatoren als "impressive design" gelobt, muss diese aber laut Regularien ebenfalls durch eine mechanische Lösung ergänzt werden. An dieser sind hingegen noch Modifizierungen notwendig, welche uns die Nacht noch beschäftigen werden. Nach dieser ernüchternden Prüfung erfolgte dann der erfreulichste Teil: der Hupen-Test. Es gilt lange und möglichst laut zu hupen. Und das konnten wir. Und zwar wie. Würde es einen Award fürs Hupen, hätten wir ihn gewonnen. Denn so laut wie wir hat noch keiner gehupt. Dann kam der letzte Teil der Abnahme, vor der wir wohl den größten Respekt hatten: das Brennstoffzellensystem wurde in Augenschein genommen. Aber Dank der exzellenten Arbeit unserer Techniker die letzten Tage und Nächte, gab es dieses Mal nichts auszusetzen.
Zurück im Paddock hatten die ersten Mitglieder des Chassis-Teams bereits begonnen die zwei kleineren Mängel zu beheben. An einer Idee für das Lenkproblem wird zur Zeit noch fleißig getüftelt. Somit haben wir die technische Abnahme zwar hinter uns gebracht, aber aufgrund der bemängelten Details durften wir heute noch keine so dringend notwendige Testfahrt durchführen. Wir versuchen aber noch heute Abend eine Lösung zu finden, um gleich morgen den ganzen Nachmittag für Testfahrten freigegeben zu werden. Drückt uns die Daumen.
Während es in der Nacht noch ordentlich regnete, begrüßte uns der heutige morgen überraschenderweise mit Sonne. Nach einem ausgiebigen Frühstück mit übergroßen niederländischen Brötchen ging es gleich wieder ins Paddock. Während das PR-Team verschiedene Presseanfragen beantwortete, kümmerte sich das Chassis Team um die Schönheitsfehler des SAX4. So erhielt er neue Aufkleber und einige unschöne Macken in der schwarzen Farbe wurden ausgebessert. Das Antriebsteam nahm sich heute dem Herzstück unseres Fahrzeugs an: der Brennstoffzelle. Seit Samstag hatte uns das Feuchtemanagement große Sorgen gemacht, da kurzfristig ein Teil ausgefallen ist und so musste schnell eine gute Lösung her. Mit Hilfe eines ehemaligen Mitglieds kam die Idee ein Befeuchtungssystem mit Hilfe einer einfachen Trinkfalsche zu bauen. Diese funktioniert jetzt nach einem ähnlichen Prinzip wie eine Wasserpfeife und somit können wir wieder positiv auf die bevorstehende technische Abnahme und die ersten Testfahrten am morgigen Tag blicken.
Im Laufe des Tages bekamen wir nicht nur den ungeliebten Regen zurück, sondern auch Besuch von einem Fernsehteam aus Offenburg, welches ab Donnerstag unter Eco-marathon.de live vom Shell Eco-marathon berichten wird. So gaben wir ein Interview in welchem wir näheres zu unserem Auto erzählten. Auch ein Mitarbeiter vom technischen Team von Shell war schon vor Ort, um zu überprüfen, ob unsere Brennstoffzelle keine größeren Sicherheitslücken aufweist. Da dies nicht der Fall war, hat er den Wasserstoff freigegeben und wir konnten erste Tests durchführen.
Nach einem leckeren Abendessen ging es für die Techniker wieder ins Paddock, wo jetzt noch fleißig weiter gearbeitet wird.
Während ganz Deutschland in der Nacht von Sonntag auf Montag schlafen ging, packte Fortis Saxonia seine sieben Sachen und der erste Teil des Teams machte sich auf Richtung Rotterdam. Nachdem die Fahrt ohne nennenswerte Hindernisse schnell voran ging, standen wir gegen halb acht endlich auf dem Parkplatz des Messegeländes der Ahoy Arena und konnten endlich unsere Sachen auspacken und Zelte aufschlagen. Dachten wir. So einfach war es dann nämlich doch nicht und es folgte eine Odysee a là Asterix und Obelix: als wir zum Eingang der Zeltplätze kamen, wurde uns gesagt wir würden ein Bändchen zum Einlass benötigen, welches wir auf der anderen Seite im Messegebäude bekommen würde. Am Messegebäude angekommen war dieses verschlossen und niemand vor Ort. Also zurück zum Eingang des Zeltplatz. Wieder das Hinderniss "rotes Bändchen". Dieses Mal jedoch der Hinweis, dass diese nicht im Gebäude, sondern im Zelt davor zu bekommen seien. Also auf zum weißen Zelt, von dem es jedoch drei gab. Keines war jedoch in Benutzung und erst recht nicht für die Ausgabe eines roten Bändchens vorgesehen. Dort bekamen wir dann jedoch gesagt, dass ein weißes Zelt auf dem Parkplatz in der Nähe des Zeltplatzes gemeint war. Ein Zelt gesehen zu haben konnte sich jedoch niemand erinnern. Vorhanden war auch keins. Allerdings ein kleiner gelber Container mit der erlösenden Aufschrift "Registrierung". Somit konnte das große Zeltaufbauen beginnen. Verärgerte uns anfänglich noch der Regen, welcher einfach nicht aufhören wollte uns die Vorfreude ein wenig zu vermiesen, stellte sich der aufkommende Wind mit der Zeit als ein viel größeres Hinderniss heraus. Doch nach einer Zeit bekämpften wir auch diesen Gegner und konnten uns erstmal über eine warme Mahlzeit freuen. Nach dem Essen hieß es dann Paddock mit allen technischen Geräten einräumen. Das Paddock, eine Art Boxengasse, die jedes Team zugeteilt bekommt, um eine kleine Werkstatt für das Auto zu errichten. Unmittelbar nach dem Einrichten mit allen notwendigen Gerätschaften hatten wir mit dem Funktionstest der einzelnen Komponenten begonnen und Verbesserungsideen umgesetzt. Das morgige Ziel besteht darin, die technische Abnahme für unseren SAX4 zu meistern. Dabei müssen verschiedene Tests bestanden werden, doch dazu mehr in der morgigen Zusammenfassung. Bis dahin sind noch einige kleine und größere Aufgaben zu erledigen. Es bleibt also spannend.
Somit neigt sich der Tag nach erfolgreichen Taten dem Ende zu und alleine der Wind macht uns ein wenig Sorgen. Inzwischen ist auch der zweite Teil unseres Teams angekommen und wir werden den Abend gemeinsam ausklingen lassen und sehen dem kommenden Tag gespannt entgegen.










